Qi Gong

ist für mich das Wiederentdecken der eigenen Lebensenergie und Lebensfreude. Diese jahrtausendealte Übungsform kombiniert die stille Meditation mit sanfter Bewegung und der Verkörperung, dem in sich hinein fühlen.

Durch die Übung verlassen wir das logische Kopfkino der linken Gehirnhälfte und aktivieren die Verbundenheit der rechten Gehirnhälfte. Dies kann die Wahrnehmung unserer Realität drastisch ändern. Es ist in diesem Bewusstseinszustand, wo wir anfangen können Lebensenergie wahrzunehmen und kontrollieren zu lernen.

Der Mensch besitzt ein elektromagnetisches Energiesystem. Es liegt und kommuniziert zwischen unserem physischen Körper und unserem mentalen Geist. Dieses Energiesystem spüren und lenken zu lernen hat einige Vorteile.

Durch die Veränderung unseres Bewusstseins erkennen wir alte Muster, lösen Spannungen und Blockaden auf, entdecken unsere Gefühle, erleben alte Weisheiten, werden selbstwirksam und entscheiden uns vielleicht für etwas komplett Neues.

Bewusstseinserweiterung

Beim Üben erweitern wir unser Bewusstsein indem wir:

  • die richtige Körperhaltung einnehmen
  • unsere Aufmerksamkeit nach innen richten
  • uns entspannen
  • nicht bewerten
  • nicht unterscheiden
  • keine Erwartungshaltung pflegen
  • die Logik beiseite legen
  • mit innerer Freude und Dankbarkeit
  • präsent im Hier und Jetzt sind
  • unser Tun nicht planen, sondern spontan sind
  • erkannte Blockaden und Muster lösen
  • und unseren Gefühlen und unserem Körper vertrauen.
Wenn wir diesen Bewusstseinszustand verlieren und uns im Kopfkino wiederfinden, können wir uns dies bewusst machen und uns einfach wieder umentscheiden.

Erdung

Das Gefühl der Verbundenheit mit unserm Planeten Erde ist ein sehr wichtiger Ankerpunkt beim Üben. So gehen wir immer bewusst in die Wahrnehmung des Bodens, während wir mit offenen Augen präsent sind.

Energiezentren

Im Energiekörper gibt es bestimmte Bereiche mit erhöhter Energieaktivität. Sie werden je nach System und Lehre Chakren oder auch Zinnoberfelder (Dantians) genannt. Diese Energiezentren stärken wir, wenn uns im Stillen in Freude verankern und uns selbst wahrnehmen. Das Entdecken der eigenen Energie und die Entwicklung des Energiekörpers kann für Dich ein sehr besonderes Erlebnis sein.

Spannend: Die Aktivierung der Energiezentren hat eine sofortige physikalische Auswirkung.

Energieleitbahnen

Neben den Energiezentren gibt es unzählige Energieleitbahnen, gennant Nadis oder auch Merdiane.

Die Arbeit an den sekundären Leitbahnen in den Fingern, Händen, Füßen und Beinen ist für Anfänger besonders wertvoll. So ist das Kleine nicht unwichtiger als das Große.

Gefühle

Ein Gefühl ist eine Wahrnehmung, wie die Kühle der Luft, der Duft einer Blume oder die Angst. Beim Üben von Qi Kung lernen wir auch das Qi als Gefühl wahrzunehmen. Wie es sich äußert ist individuell. So können wir ein Kribbeln, Wärme, Kälte oder einen Druck spüren. Jetzt können wir dieses Gefühl und somit die Energie mit unserer Aufmerksamkeit und Vorstellungskraft bewegen.

Wir sollten unsere Gefühle nicht verneinen, denn das wäre eine unnötige Einschränkung. Jedes Gefühl möchte uns etwas sagen. Wir sollten mit uns befreundet sein und auch mit uns selbst gewaltfrei kommunizieren. 


Handeln

Wir achten darauf nicht auf Vorlagen von anderen zu reagieren, sondern souverän zu agieren, unabhängig und nach eigenen Werten und Vorstellungen.

Handeln durch Nicht-Handeln

Das Handeln durch Nicht-Handeln wird auch Wu wei genannt. Es ist ein Bewusstseinszustand der inneren Stille, der zur richtigen Zeit die richtige Handlung ohne Anstrengung des Willens hervortreten lässt.

Um Wu wei zu erleben, musst du dich vollkommen auf die Natur, deinen Körper und deine Intuition verlassen können. Den Abstand zwischen Idee und Handlung gegen 0 nähern und das kleine Ich, den besitzergreifenden Ego und den einteilenden Intellekt loslassen.

Der mikrokosmische Orbit

Der mikrokosmische Orbit ist ein Energiekreislauf, welcher die wichtigsten Energiezentren aktiviert. Er kann durch die tägliche Praxis von stehendem Qi Gong und Meditation der Stille aktiviert werden. 

 

Yin und Yang

Yin und Yang symbolisieren die Gegensätze, die Dualitäten des Lebens, wie etwa Wärme und Kälte.
Yin ist die Erde, Yang der Himmel. Mit uns Menschen mittendrin.

Tao

Vom Tao kann ich hier nicht schreiben. Ich versuche es trotzdem. ;-)

Die Bedeutung des Tao geht über Worte hinaus. Die begrenzte Sprache kann keine Vorstellungen über die Wirklichkeit vermitteln, welche sich ständig verändert. Worte sind nur ein Lufthauch.

Das Tao hingegen ist unfassbar weit und vollkommen.
Das Tao verändert sich nicht, denn es ist einfach hier.
Das Tao tut alles, ohne etwas zu tun.
Das Tao erreicht alles, ohne etwas zu wollen.
Es ist ein Teil in allem, ohne unterteilt zu sein.
Es ist einfach hier und alles passiert.

Beim Üben lösen wir alle Gegensätze in uns auf, erleben das Tao und die Einheit der Natur.
Eine wunderschöne Erfahrung.
Findest Du diesen Teil in Dir, welcher sich nicht verändern kann? Tipp: Das bist Du. ;-)


『吾不知其名。  Ich kenne seinen Namen nicht, 

 字之曰道』


       darum nenne ich es „Tao“.

    aus Kapitel 1 des Tao Te Ching (道德經) von Laozi (老子)


Buchtipps

  • Tao Te Ching von Laozi 
  • Dragon And Tiger Medical Qigong von Bruce Frantzis
  • The Tai Chi Space: How to Move in Tai Chi and Qi Gong von Paul Cavel